Melina Jacob beim UXcamp Europe 2026: Don't Take The Happy Path!

Mit gleich zwei Talks war 9elements in diesem Jahr beim UXcamp Europe vertreten: Nach Kai-Uwes Live-Session zu Figma MCP stand parallel Melina Jacob auf der Bühne – als Deputy Head of Web Development treibt sie bei uns vor allem die Konzeption digitaler Produkte voran und ist eine unserer erfahrensten Köpfe in diesem Feld. Ihr Thema: „Don't take the happy path" und warum Prozessdenken der Schlüssel zu wirklich guten digitalen Produkten ist.
Ein BarCamp lebt vom Moment
Das UXcamp Europe funktioniert als BarCamp: Wer sprechen möchte, pitcht sein Thema morgens beim Planning, das Interesse der Teilnehmenden entscheidet über den Raum. Genau dieses Format macht den Reiz aus – hier stehen keine monatelang polierten Konferenz-Slides auf der Bühne, sondern Themen, die die Community in diesem Moment bewegen.
Was heißt eigentlich Prozessdenken?
Prozessdenken bedeutet, ein Produkt nicht als Sammlung einzelner Screens zu begreifen, sondern als zusammenhängenden Ablauf: Welche Schritte durchläuft ein Nutzer wirklich – von Anfang bis Ende? Welche Zustände kann das System dabei annehmen, welche Entscheidungen, Verzweigungen und Abhängigkeiten gibt es? Wer so denkt, entwirft nicht zuerst Oberflächen, sondern versteht zuerst den Ablauf dahinter – und leitet das Interface daraus ab, nicht umgekehrt.
Warum der Happy Path nicht reicht
Der Kerngedanke von Melinas Talk: Wer nur den Happy Path designt – also den einen, reibungslosen Weg durch ein Produkt – übersieht genau die Fälle, in denen es eben nicht rund läuft. Und genau diese Fälle entscheiden oft über die Qualität eines Produkts: der abgebrochene Bezahlvorgang, der fehlende Datensatz, der Nutzer, der an einer ganz anderen Stelle einsteigt als geplant.
Melina sprach dabei aus langjähriger Projekterfahrung. In großen wie in kleinen Projekten hat sie immer wieder erlebt, wie Konzepte an der Realität scheitern, wenn sie nur den Idealfall abbilden – und wie viel tragfähiger sie werden, wenn Abläufe von Anfang an vollständig durchdacht sind. Ein entscheidender Faktor dabei: der enge Austausch mit den Menschen aus der Umsetzung. Bei 9elements arbeitet sie dafür unter anderem eng mit Daniel Hölzgen zusammen, dem Leiter unserer Softwareabteilung. So entstehen Prozesse nicht am Reißbrett, sondern entwickeln sich am tatsächlichen Ablauf – Design und Entwicklung gehen von Beginn an Hand in Hand.
Wie ein Prozessdiagramm entsteht
Ganz praktisch zeigte Melina den Teilnehmenden, wie sie Prozessdiagramme aufbaut: von der ersten groben Skizze bis zu einer Struktur, die im Team wirklich als Arbeitsgrundlage taugt – als gemeinsame Sprache zwischen Design, Entwicklung und Stakeholdern.
Der offene Austausch: Zusammenarbeit mit der Entwicklung
Nach dem inhaltlichen Teil öffnete sich die Session zur Diskussion. Die Teilnehmenden brachten ihre eigenen Erfahrungen ein: Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Design und Entwicklung in der Praxis? Wo hakt es, wo läuft es gut?
Ein Thema, das offensichtlich viele beschäftigt – unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche. Klare Prozesse und eine gemeinsame Sprache zwischen Design und Development zogen sich als roter Faden durch fast jeden Erfahrungsbericht.
Konzeption wird wichtiger – gerade im Zeitalter von AI
Was sich in der Diskussion zeigte, deckt sich mit unserer Erfahrung aus Kundenprojekten: Konzeption, so wie wir sie verstehen, ist gefragter denn je. Und mit dem Einzug von AI in die Produktentwicklung wird sie sogar noch wichtiger. Denn den Prozess- und Produktplan kann keine AI liefern. Gerade auf dem Weg zum ersten MVP braucht es Expertise wie die von Melina, damit am Ende nicht beliebige AI-Ergebnisse stehen, sondern werthaltige Produkte, die durchdachte Abläufe abbilden.
Genau deshalb ist diese Art der Konzeption inzwischen ein eigener Bestandteil unserer neuen Beratungseinheit 9elements Strategy geworden.
Was wir mitnehmen
Zwei Talks an zwei Tagen. Beide haben gezeigt, wie viel Resonanz entsteht, wenn man Praxiswissen direkt in die Community trägt. Melinas Session hat darüber hinaus deutlich gemacht, wie eng Prozessdenken und gute Produktarbeit zusammenhängen und warum genau diese Kompetenz in Zukunft noch stärker gefragt sein wird.
Ihr wollt mehr über Prozessdenken im Produktdesign, die Zusammenarbeit zwischen Design und Entwicklung oder 9elements Strategy erfahren? Schreibt uns gerne.