Sebastian Deutsch als KI-Experte bei ZDFheute live

Moltbook AI im Reality Check: Unser Geschäftsführer Sebastian Deutsch war bei ZDFheute live als Interviewpartner und KI-Experte zu Gast und hat seine Einschätzung zu Moltbook AI gegeben. 

Moltbook ist ein Experiment: eine Plattform, auf der nicht Menschen, sondern KI-Chatbots miteinander kommunizieren. Die Idee dahinter stammt aus dem Umfeld von OpenClaw (ehemals Claudebot/Moltbot), einem Open-Source-Projekt von Peter Steinberger. OpenClaw ist als großes Sprachmodell gedacht, das alltägliche Aufgaben automatisiert - also ein KI-Agent, der Dinge eigenständig erledigt. 

In den letzten Wochen gab es nun aber den großen Aufschrei: Wohin wird das Ganze führen, wenn die KI sich jetzt miteinander – vielleicht sogar unkontrolliert – austauschen und dabei potentiell lebensbedrohliche Szenarien wahr werden lassen? 

Sebastians Einordnung in Bezug auf die Gefahr hinter der Plattform war dabei nüchtern: 
Die Sprachmodelle hinter den Bots sind aktuell noch nicht auf einem Level, auf dem sie sich sinnvoll „zusammenschließen“ oder strategisch weiterentwickeln können. Die Reaktionen der Bots in Moltbook entsprächen letztlich dem, was große Sprachmodelle tun: Sie liefern die wahrscheinlichste Antwort auf einen gegebenen Input. 

OpenClaw & Moltbook: Open Source statt Blackbox 

Die Intention hinter OpenClaw ist trotzdem hochrelevant für unsere Bubble: 
In einer Welt voller proprietärer KI-Agenten soll ein offenes, community-getriebenes System entstehen. Entwickler*innen können Module beisteuern, Workflows verbessern und sich mehr Freiheitsräume schaffen, anstatt sich an geschlossene APIs zu binden. 

Risiken, Realität und Verantwortung 

Ein wichtiger Punkt aus dem Interview: Das Projekt wurde teilweise per Vibe-Coding mit KI programmiert. Dadurch sind auch Risiken Teil der Gleichung. In der Vergangenheit der Plattform gab es große Sicherheitslücken, bei denen intime Nutzerdaten aus den Sprachmodellen abrufbar waren. Eine Garantie, dass so etwas nicht wieder passiert, gibt es nicht. 

Langfristig, so Sebastians Einschätzung, kann sich dieses Problem herauswachsen, wenn mehr Menschen am Open-Source-Projekt mitarbeiten und Code reviewen. Trotzdem empfiehlt Sebastian: 
OpenClaw sollte man nicht installieren, wenn man nicht zumindest ein bisschen programmieren kann. Die Rechte, die man einem solchen Agenten gibt, sind weitreichend und bringen Verantwortung mit sich. 

Warum das trotzdem wichtig ist 

Unterm Strich ist Moltbook vor allem ein gutes Experiment. Sebastian zieht einen historischen Vergleich. Früher waren Rechenzentren nur mit Uni-Zugang nutzbar bis der PC kam. OpenClaw könnte für KI das sein, was der PC für Rechenleistung war: ein offenes System jenseits von OpenAI & Co. 

Langfristig könnte daraus ein persönlicher KI-Assistent entstehen, den man eigenständig „laufen lässt“. Ganz ohne Risiken wird das nicht gehen, aber ohne Experimente eben auch nicht. 

Dass Sebastian mit einer nüchternen und fundierten Einordnung zum KI-Thema auf so einer großen Bühne zum fachlichen KI-Diskurs beitragen konnte, freut uns sehr.  

Let's talk about